Fragen überraschter Besucher:

Die erste Überraschung erfolgt schon, wenn man vor unserer Tür steht. Es wird erwartet, dass wir einsam und alleine leben, so in der Pampa, und der nächste Nachbar ist ganz weit weg. Besucher denken, dass es mit unseren Hunden doch laut sein müsste, so nach dem Motto: Die bellen und heulen den ganzen Tag! Nein, das tun sie nicht. Erst wenn die Besucher näherkommen, werden sie mit lautem Geheul der Huskys begrüßt.

Dann die die nächste Überraschung: „Die sehen ja gar nicht aus wie Huskys!“ Viele erwarten die plüschigen, kräftigen sibirischen Huskys zu Gesicht zu bekommen. Stattdessen erblicken sie kurzhaarige, drahtige Alaskan Huskys, bis auf einen namens Django. Der ist ein waschechter Malamute. Wir haben uns für die Alaskan entschieden, weil diese auch bei höheren Temperaturen laufen können, wenn es den sibirischen „Kollegen“ schon deutlich zu warm ist – aber hauptsächlich, weil sie schneller sind…

Insgesamt ist das Handling der Alaskan Huskys einfacher und fühlt sich „freundlicher“ an als bei den sibirischen Huskys oder gar den Malamuten. Sie besitzen mehr von dem sogenannten „will to please“ als alle anderen Husky-Rassen. Dafür sind sie jedoch wesentlich theatralischer. Wer diese Hunde erlebt hat, weiß was wir damit meinen.

Huskyerlebnistouren unterwegs

Dann folgt die nächste Überraschung: Wenn die Alaskan merken, dass es gleich losgeht, verwandeln sie sich von vorher ruhigen und ausgeglichenen Hunden in wahre Nervenbündel. Sie drehen dann nicht nur akustisch auf, sondern sie scharren und springen, sie bellen, heulen und schreien regelrecht. Man kann sich kaum vorstellen, dass wir diesen beinahe durchdrehenden Haufen von Hunden gleich wirklich unter Kontrolle haben werden. Wir wurden von Kunden gefragt, ob wir mit diesen Tieren überhaupt die erste Kurve schaffen oder uns doch schon um den ersten Baum wickeln würden. Und doch: Wir haben die Huskys jederzeit unter Kontrolle, es ist noch nie ein Unfall geschehen. Und nach der ersten Kurve hört man keine einzige Frage mehr nach der Kontrolle sondern vielmehr das Jauchzen und Jodeln als Ausdruck der Freude unserer begeisterten Gäste.

Die meisten unserer Besucher haben selbst Hunde. Und so bekommen wir nach den Touren natürlich regelmäßig Fragen gestellt, die sich um die Themen Zughunde, Haltung und Erziehung der Hunde drehen.

Verdrehte Huskywelt: Der obere Teil ist das Spiegelbild im Wasser.

Vorurteile gegenüber der Mehrhundehaltung

Eine beliebte Frage zum Thema Haltung ist diese: „Habt ihr den Erste-Hilfe-Kasten griffbereit direkt am Gehege? So viele Hunde auf einem Haufen zoffen sich doch andauernd, nicht wahr?“ Nein, das tun sie nicht! Sie müssen still miteinander auskommen und sie müssen als großes Team im Gespann vertrauensvoll mit uns zusammenarbeiten. Und dass das alles funktioniert, liegt einzig und allein daran, wie wir unsere Hunde halten und wie wir mit ihnen umgehen. Das hat auch weniger mit Ausbildung und Training zu tun, als vielmehr mit gegenseitigem Respekt, mit Achtung und Vertrauen. Man kann dies nicht trainieren oder einüben, man muss es sich erarbeiten. Und man bekommt diesen intakten Zusammenhalt auch nicht geschenkt.

Einer führt, einer folgt

Es kann in einem Gespann auch immer nur einen einzigen Chef geben, der sagt, wo es lang geht, denn sonst gibt es großes Chaos und Durcheinander. Dieser eine Chef muss dafür sorgen, dass alles funktioniert und der Ablauf reibungslos klappt. Dafür muss man nicht autoritär sein, sondern natürliche Autorität besitzen.

Huskyspuren im Schnee
Huskyspuren im Schnee

So geht es: durch Kompetenz, Durchsetzung, Gerechtigkeit und Bewegung.

Nun stelle dir einfach vor, dein eigener Hund läuft vor dir an einer etwa zehn Meter langen Schleppleine, die er permanent unter Spannung halten soll. Das bedeutet, er soll dich zumindest leicht ziehen und gleichzeitig auf dem Weg bleiben, ohne zu stoppen oder abzubiegen. Und das alles soll er unabhängig davon tun, ob sich ein anderer Hund nähert, ein Kinderwagen entgegenkommt, oder ob es durch fließenden Straßenverkehr geht. So etwas ist nicht alleine durch Übung und Training zu erreichen. Es bedarf eben auch des Respektes und Vertrauens des Hundes und somit seiner Folgsamkeit. Auch dass deine Hunde dich als Chef akzeptieren, erfordert Respekt und Vertrauen. Und diesen Status erlangst du durch Kompetenz, Durchsetzung, Gerechtigkeit und Bewegung.

Bewegung ist ein Schlüssel für Folgsamkeit

Ein jeder Hund braucht Bewegung, doch die meisten Halter unterschätzen den Bedarf ihrer Vierbeiner in dieser Hinsicht. Spazierengehen und Longieren befriedigen dieses Bedürfnis nicht, genauso wenig wie etwa Futtersuchspiele. Auch das Bevormunden durch Kommandos wie „Sitz“, „Platz“ oder „Komm“ hilft hier nicht weiter. Bewegung heißt Rennen in hohem Tempo – und das in rassespezifischen Distanzen. Unsere Alaskan laufen beispielsweise um die zwanzig Kilometer am Tag, wobei sie einen Wagen oder Schlitten ziehen. Würden sie locker neben einem Fahrrad laufen, könnten sie problemlos vierzig Kilometer und mehr schaffen. Und diese Größenordnung gilt für alle Hunde mit dieser Anatomie, zum Beispiel Rhodesian Ridgeback, Münsterländer, Weimaraner, Viszla, Malinoi, Herder, Border Collie, Aussie, alle möglichen Windhundrassen und so weiter.

Neben dem unterschätzten Bewegungsdrang werden die meisten Fehler im Zusammenhang mit der Gerechtigkeit gemacht. Das bedeutet, dass man dem Hund nichts überstülpt oder in ihn hinein interpretiert, was seinem Wesen nicht entspricht. Ungerechtigkeit entsteht, wenn ich ihm etwas zuspreche, was er nicht hat. Auch wenn derlei Fehler nicht bewusst begangen werden, verhindern sie immer wieder aufs Neue den Aufbau von Vertrauen. Denn dieses muss man sich verdienen, genau wie Respekt, und beides bekommt man nicht mit Leckerlis oder das Hantieren mit einem Clicker. Vertrauen baut sich einzig und allein durch die Art des Umganges mit dem Hund auf.

Alaskan-Huskys im 5500 qm großen Auslauf

Nur so funktioniert es mit 25 Hunden

Nur so kann es funktionieren, dass wir mit sechs oder mehr Hunden an anderen Artgenossen vorbeifahren können, ohne dass herumgekeift oder -gezickt wird, oder sonst irgendetwas in der Art. Nur so können läufige Hündinnen neben intakten Rüden im Gespann laufen und muss nicht jeder Grashalm markiert werden. Und auch nur aus diesem Grunde hören sie auf unsere Anweisungen und befolgen sie zuverlässig – ganz ohne Leckerlis oder sonstige moderne Drangsalisierungsmethoden für Hunde.

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Lisa empfiehlt:

Dieses Buch ist geschrieben für all die Menschen, die ihren Hund gerne überall mit hinnehmen und mit ihm Abenteuer erleben möchten, sowohl im Alltag als auch darüber hinaus, aber denen dies aus irgendeinem Grund noch nicht gelingt. Hast du mit deinem Hund eine andere Zielsetzung, so wirst du in diesem Buch vermutlich nicht das finden, was du suchst. Es ist geschrieben für all die Menschen, denen das ganze Gedöns heutiger Hundeschulen zuviel ist. Für alle, die zusammen mit ihrem Hund einfach nur leben wollen, Spaß haben möchten. Die sich eine innige, tiefgreifende Beziehung zu ihrem Vierbeiner wünschen. Für alle, die unter Beziehung weder die Bindung des Hundes an den Leckerlibeutel verstehen noch seine Bereitschaft, auf konditionierte Kommandos zu hören. Für mich bedeutet es schlicht und einfach, dass der Mensch in das Leben und die Welt des Hundes einbezogen wird. Und dass der Hund sich auch dann, wenn er gerade keinerlei konditionierte Führung erfährt, vergewissert, wo sein Mensch sich befindet, freiwillig Kontakt mit ihm hält, ihm interessante Dinge anzeigt oder Schutz bei ihm sucht. Dass er situativ mitdenkt, entscheidet und handelt und zwar unter Einbeziehung der Vorgaben und Wünsche des Menschen. Geschrieben wurde dieses Buch für all die Menschen, die sich verirrt haben zwischen Superleckerli und Clicker. Für all die Menschen, die das Gefühl haben, dass irgendetwas schief läuft, in der Beziehung zu ihrem Hund, aber nicht herausfinden, was es ist. Für all die Menschen, die denken, dass es doch auch anders gehen, dass es einen anderen Weg geben muss, um mit ihrem Hund glücklich zu werden und um ihn überall mit hinnehmen zu können, ohne negativ aufzufallen. Dieses Buch wird deine Haltung zu deinem Hund verändern, es wird dich spiegeln und dir die Ursachen vor Augen führen, warum du bislang mit deinem Hund noch nicht die Abenteuer erlebst, von denen du träumst. Entscheidend ist allein die Haltung, den Rest kann man erlernen. Dieses Buch hilft dir dabei. Jetzt bei Amazon bestellen: „So kannst du deinen Hund überallhin mitnehmen“

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